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Bauphysikalische Probleme
An dieser Stelle möchte ich auf kurz auf die Ursache und die Bauphysikalischen Grundlagen Rund um Schimmel, Lüftung und Kondensatausfall eingehen.
Bis in die 80er-Jahre (Wärmeschutzverordnung ``WschVO von 1977´´ gab es keine Anforderungen an den Wärmeschutz eines Gebäudes (außer dem Mindestwärmeschutz aus hygienischen Gründen nach DIN 4108). Je nach Lage des Hauses und der regionalen Baukultur wurde ein Wärmeschutz eingebaut – wie z.B. Heraklithplatten in Betondecken – der einen gewissen Mindestwärmeschutz sicherstellte (siehe auch DIN 4108 von 1956). Durch die Einführung der ersten Wärmeschutzverordnung wurden höhere Ansprüche an die wärmedämmende Hülle der Gebäude gestellt. Gleichzeitig wuchsen die Ansprüche der Nutzer an die Wohnräume: größer, heller schöner, bequemer, sich selbst regulierend usw. Auch das Nutzerverhalten änderte sich mit der Zeit: Der Anteil der “Zweitverdiener” wurde größer, die Räume wurden tagsüber weniger genutzt.
Die Gebäudehülle veränderte sich anfänglich an den Fenstern (Doppelverglasung) sowie teilweise im Dachbereich. Damit ging die Änderung der Heizung von Einzelöfen (Holz, Kohle, Gas) zur Zentralheizung mit Heizkörpern (in Heizkörpernischen) einher. Die Zentralheizung machte es erstmals ohne großen Aufwand möglich, die ganze Wohnung zu beheizen. Wurde es zu warm in der Wohnung, öffnete man einfach die Fenster. Dadurch konnten Keime, Bakterien und Viren nach außen befördert werden. Das Bewusstsein, die Temperatur über Heizkörperventile zu regeln, d.h. “ENERGIE ZU SPAREN”, war anfänglich noch nicht vorhanden. Spruch: “Früher war alles besser” Feuchte Wände und Pilzbefall gab es in nennenswertem Umfang nur schwach oder gar nicht beheizten Räumen, z.B. in unbeheizten Schlafzimmern; darum wurden in früheren Zeiten tagsüber Bettdecken auf das Fensterbrett gelegt; denn die Wärmestrahlung der Sonne trocknete die Wäsche und der UV-Anteil des Sonnenlichtes tötet Krankheitserreger ab.
Durch “Dauerheizen” wurde die relative Luftfeuchtigkeit erheblich niedriger als dies vorher der Fall war. Die trockene Luft wurde nun durch Luftbefeuchter wieder aufgefeuchtet. Damit aber tauchen weitere Probleme auf: Durch warmes, stehendes Wasser wird ein Luftbefeuchter zu einer hervorragenden Bakterien- und Keim-Kultur-Anlage, die durch langsame Verdunstung Mikroorganismen an die Raumluft abgibt.
Nach der ersten Energiekrise kamen dann Thermostatventile an die Heizkörper, die mittlere Raumlufttemperatur sank wieder beträchtlich. “Energiesparfenster” mit Doppelverglasung, Dichtungsprofilen im Flügelrahmen und Einhandbedienung wurden eingebaut. Mit diesen Änderungen weiteten sich die Probleme mit feuchten Wänden und Pilzbefall in beträchtlichem Maße aus, übergreifend auf alle Wohnräume.
Durch den Austausch undichter Fensterkonstruktionen gegen fugendichte und wärmeschutzverglaste Fensteranlagen wurden “Entlüftungsöffnungen der Gebäudehülle geschlossen. Durch zumauern des Kaminzuges und durch den nahezu dichten Ausbau der obersten Geschossdecke bzw. des Daches “verbaute” man zusätzlich Wege der natürlichen Be- und Entlüftung. Dadurch schuf man die Voraussetzungen für eine Erhöhung der Raumluftfeuchte und ihren Verbleib in der Wohnung. Die Frischluftzufuhr bzw. der Luftaustausch wurde drastisch reduziert.
Wärmetechnisch gesehen waren diese Maßnahmen sicherlich sinnvoll, aus hygienischer und feuchtetechnischer Sicht ergeben sich jedoch ernst zu nehmende Probleme.
Neue und zusätzliche Nasszellen, Duschen und Badewannen mit jederzeit verfügbarem warmen Wasser wurden eingebaut, wodurch die Gesamtfeuchtelast weiter erhöht wurde.
Zusammenfassend kann man sagen, dass es drei Hauptgründe für die starke Zunahme der Luftfeuchte in Innenräumen gibt:
| I. |
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Fehlende Kondensationsmöglichkeiten überhöhter Luftfeuchte |
| II. |
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Zusätzliche Nasszellen |
| III. |
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Geringe Lüftung |